HOW TO | Stressfreies Fotoshooting mit Welpen und Junghunden

November 15, 2020

Meine Tipps für ein möglichst stressfreies Fotoshooting

Heute möchte ich euch mal ein wenig hinter die Kulissen blicken lassen. Denn oftmals, wenn ich Portraits von aufmerksamen 8-Wochen alten Welpen zeige, bekomme ich erstaunte Blicke und Fragen, wie das bloß mit einem so jungen Hund möglich ist?!

Ab welchem Alter lässt sich ein Fotoshooting mit seinem Welpen also umsetzen? Wie gestaltet man das Ganze möglichst stressfrei für den Hund und wie sieht das dann in der Praxis aus? Ist das nicht viel zu viel für einen jungen Knirps? Hier findet ihr nun einige Tipps, worauf ich beim Fotoshooting mit Welpen oder Junghunden achte. ☺️ Viel Spaß beim Lesen!

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

Für mich ist eine gute Vorbereitung immens wichtig, um ein paar mögliche “Störfaktoren” schon vor dem Shooting ausschließen zu können. Hier gehört zum einen dazu, die Menschen darüber zu informieren, was sie für dieses Shooting mit ihrem jungen Hund üben können. Jeder, der bei mir ein Shooting bucht, bekommt deshalb noch vor dem Shooting einen Guide mit hilfreichen Tipps für den Shootingtag. Aber auch ich selbst kann meinen Teil als Fotografin dazu beitragen, damit alles möglichst reibungslos abläuft. So achte ich beispielsweise darauf, eine Location zu wählen, welche möglichst reizarm, gut zu erreichen und sicher für den Welpen ist.

1. Die richtige Location wählen

Stadtshootings finden bei mir nur dann mit jungen Hunden statt, wenn diese wirklich in der Stadt aufwachsen, sie von Tag 1 an – langsam – daran gewöhnt werden und dies kein zusätzlicher Stressfaktor für den Hund ist. Selbst dann würde ich dazu raten, stark überlaufene Plätze und Straßen voller Menschenmengen zu meiden. Eine ruhige Seitenstraße in der Altstadt wäre beispielsweise eine gute Alternative zum “Hot Spot” in der Innenstadt. Auch die Uhrzeit spielt hier eine große Rolle. Samstag Mittags zum Shooting in die Innenstadt? Eher keine so gute Idee. Sonntag morgens, wenn alles noch schläft? Schon eher möglich!

2. Zu viele Umweltreize meiden

Wie erwähnt: ich versuche bereits mit der Locationwahl die Umweltreize für den Hund so weit es geht zu “drosseln”. So vermeidet man zum einen, dass der Welpe dadurch schnell abgelenkt oder gar überfordert ist. Zum anderen, dass dadurch auch schnell die Konzentration flöten geht. Die ist bei Welpen immerhin so oder so nicht wahnsinnig lange “vorhanden”, von daher sollte man sich es hier auch nicht unnötig schwer machen. In den meisten Fällen sehen meine Locations darum auch eher so aus:

3. Den Weg zur Location kurzhalten

Neben der Wahl einer passenden, reizarmen Location gehört auch dazu, dass man vom Parkplatz bis zur Shootinglocation nicht länger als ein paar wenige Gehminuten unterwegs ist. Andernfalls wird der Hund schon auf dem Weg zur Location so sehr gefordert, dass er – erstmal angekommen – womöglich schnell überfordert ist. Denn man darf nicht vergessen: auch die Natur, ggf. Wildspuren oder Gerüche anderer Hunde etc. sind schon Ablenkung genug. Bei Welpenshootings hat man ohnehin nicht unendlich viel Zeit, um tolle Fotos zu machen. Die Zeit arbeitet hier tatsächlich eher ein wenig “gegen” einen. Daher ist es umso wichtiger, die paar Minuten, die man wirklich hat, “on Location” zu nutzen, anstatt sie auf dem Weg dorthin bereits zu “verspielen”.

4. Druck & Nervosität rausnehmen

Oft setzt man sich als HundehalterIn selbst unnötig unter Druck, wodurch eine gewisse innerliche Anspannung entsteht und Stress leider vorprogrammiert ist. Dass sich dieser nicht nur auf den Hund, sondern natürlich auch auf die Fotos auswirken kann, brauche ich nicht weiter zu erläutern, oder? 😉 Darum gilt für mich auch immer: erstmal den Menschen beruhigen, den Druck aus dieser ungewohnten Situation nehmen und alle in Ruhe “ankommen” lassen.

Meistens geschieht dies ganz automatisch und unkompliziert im Laufe der ersten Testfotos, wo ich die Belichtung anpasse, ein paar Fotos von der Location mache, schlechte Witze erzähle und den Hund beobachte. Und da sind wir auch schon beim nächsten, wichtigen Thema.

5. Lerne, die Körpersprache der Hunde zu lesen

Es ist so wichtig, die Hunde einschätzen zu lernen. Denn jeder Hund ist so unterschiedlich, kein Shooting gleich und selten bis gar nicht ist ein bestimmter Ablauf auf alle Hunde übertragbar. Das klappt schon alleine deshalb nicht, weil du es manchmal mit etwas gemütlicheren Welpen, aber oft auch mit kleinen Energiebündeln zu tun haben wirst.

Da hilft nur eines: Nimm dir Zeit, den Hund zu beobachten! Lies dich in die Thematik ein, beschäftige dich mit dem Verhalten von Hunden, mit der Körpersprache und den Beschwichtigungssignalen.

Zusammenfassend heißt das: die ersten Minuten beobachte ich das Team meistens erstmal, um währenddessen einen Plan “auszuhecken”, wo und wie ich dann welche Bildideen umsetze. Mit der Zeit bekommt man da wirklich ein gutes Gefühl dafür, wie der Hund so “tickt” und was gut möglich ist.

6. Kurze Shootingintervalle sind ein Muss!

Das A und O jedes Fotoshootings – egal ob mit Welpen oder erwachsenen Hund – ist es, die Shootingintervalle kurz zu halten und ausreichend Pausen einzuplanen. Anders gesagt: es hilft sehr, seine Erwartungen als FotografIn etwas zurückzuschrauben. 😉 Der Hund muss sich in den verschiedenen Positionen immer nur wenige Sekunden (!!) konzentrieren, wird stets dafür belohnt und die Position wird dann auch wieder schnell “aufgelöst”. Es werden also eine Menge Leckerlis an diesem Tag verspeist. 😉 Dennoch sind auch die Pausen dazwischen für den Hund oftmals aufregend und nicht zu unterschätzen.

7. Spontanität siegt!

Du kannst dir noch so genau überlegen, welche süßen Bildideen du gerne umsetzen würdest. Bevor du den Hund jedoch nicht live gesehen hast, bringt das relativ wenig. Erst wenn du den Hund etwas einschätzen kannst und die Location vor Ort siehst, wirst du wissen, was du davon wirklich umsetzen kannst. Darum mein persönlich wichtigster Tipp: eine gute Vorbereitung hilft immer! Aber Spontanität meiner Meinung nach noch mehr. 😉

Fazit?

Wie du durch diesen Blogbeitrag vielleicht gemerkt hast, steckt doch mehr Planung hinter einem Fotoshooting, als viele vielleicht denken. Denn so ähnlich sieht es im Prinzip mit allen Fotohootings aus. Nur dass man bei Fotoshootings mit jungen Hunden eben deutlich flexibler sein muss und auch wirklich ein Auge auf den Hund haben sollte, um ihn nicht zu überfordern.

Dennoch hoffe ich, dass hierdurch auch klar wurde, dass mit einer gewissen Vorbereitung, der nötigen Erfahrung und einem Gefühl für Hunde alles möglich ist. Egal, ob dein Hund erst 8 Wochen alt und gerade erst bei dir eingezogen ist oder er bereits einige Monate bei dir ist. Ich persönlich würde mir heute wünschen, dass ich damals, als Poul so jung war, ein Fotoshooting mit ihm gemacht hätte. Denn diese Zeit ist zweifelsohne einfach besonders und bekommt man nun mal leider nicht zurück.

Hast du noch mehr Fragen zu einem Fotoshooting bei mir oder möchtest den Einzug deines zukünftigen Familienmitglieds festhalten, dann melde dich gerne bei mir. Ich vergebe ab und an neue Plätze für meine Vier-Jahreszeiten-Shootings, welche beispielsweise ideal sind, um die Entwicklung im ersten Jahr festzuhalten. Bei Interesse, schicke mir einfach eine E-Mail an: hyggestories@icloud.com.

Ich hoffe dir hat der Beitrag gefallen und freue mich natürlich immer über Feedback dazu! 🙂
Bis zum nächsten Mal,
deine Michaela

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